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Am vergangenen Dienstag (22.09.2020) hat der Rat der Gemeinde Beelen in der Mehrzahl für eine Nachnutzung des alten Grundschulgebäudes durch eine Privatschule des Christlichen Schulvereins Warendorf gestimmt.

Dieser Beschluss hat bei den Beelenern viel Unverständnis ausgelöst. Es hatte kaum einer mit einer Entscheidung für diesen Schulträger gerechnet, wo doch als Alternative schon lange Zeit das Konzept einer Quartiersentwicklung mit einem "Haus der Mitte" zur Auswahl stand.

Als sich abzeichnete, dass viele Ratsmitglieder das Konzept des Christlichen Schulvereins präferieren könnten, erstellte Till Brummert am letzten Wochenende spontan eine Online-Petition gegen eine solche Entscheidung mit dem Ziel, ein Stimmungsbild einzuholen und ggf. die Ratsentscheidung noch abzuwenden.

Eine von uns mit den Unterschriften der Petition ebenfalls eingereichte offizielle Anregung an den Rat nach § 24 GO NRW wurde bei der Ratssitzung am Dienstag leider nicht besprochen, sondern auf die Tagesordnung des Hauptausschusses am 08.10.2020 gesetzt. Für die Abstimmung am vergangenen Dienstag hat uns dies natürlich nichts mehr genützt.

Der Träger der nun geplanten Privatschule in Beelen, der Christliche Schulverein Warendorf, beruft sich nach eigenen Angaben auf das Glaubensbekenntnis der Evangelischen Allianz.

Die Evangelische Allianz ist ein Dachverband von Frei- und Landeskirchen, deren Mitglieder sich alle dazu bekennen, dass die Bibel für sie höchste Autorität hat und deshalb Grundlage jeder Lebensentscheidung sein soll.

Zudem finden sich im Internet zahlreiche Hinweise darauf, dass die Evangelische Allianz z.B. Homosexualität ablehnt und nicht zur Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau beiträgt.

Erschreckend finden wir auch, dass in dem Schulprogramm einer vergleichbaren Schule in Schlangen, die die Ratsmitglieder als Vorbild besichtigt haben, ausgeführt wird, dass wissenschaftliche Daten im Sinne des Glaubensbekenntnisses ausgelegt werden sollen.

Wir sind der festen Überzeugung, dass die meisten Beelenerinnen und Beelener Ihre Kinder nicht auf eine Schule mit so extrem konservativen Wertvorstellungen und dem entsprechenden pädagogischen Konzept schicken würden.

Eine Quartiersentwicklung mit "Haus der Mitte" hingegen käme allen Beelenerinnen und Beelenern zu Gute, unabhängig von deren Alter, Konfession, sexuellen Orientierung oder sonstigen Kriterien.

Hier würden beispielsweise der Jugendtreff, das Familienzentrum, die Beelener Vereine wie der Sportverein, der Kulturkreis und der Spielmannszug, das Café Kinderwagen, Freizeit- und Weiterbildungsangebote, die Migrations- und Integrationshilfe sowie Wohnungen und Freizeitangebote für Senioren und Behinderte Platz finden und einen großen Mehrwert für den Beelener Ortskern darstellen.